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Pressemitteilung der Gesellschaft für bedrohte Völker – 9. Okt.2014


Tigris bei Fish Habour ( Foto ho/ 2007)

PRESSEMITTEILUNG

 

Göttingen, den 9. Oktober 2014

Keine türkisch beherrschte Pufferzone in

Nordsyrien ohne gleichberechtigte Beteiligung

von Kurden und Christen!

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) warnt eindringlich vor der Errichtung einer türkisch beherrschten „Pufferzone“ in Nordsyrien gegen den Willen der dort ansässigen kurdischen und christlichen Bevölkerung. „Der türkischen Regie­rung das Leben und Wohlergehen der Menschen in diesen drei seit zwei Jahren selbstverwalteten kurdischen Kantonen anzuvertrauen wäre unverantwortlich, denn sie schikaniert und diskriminiert die kurdische Bevölkerung im eigenen Land seit Jahrzehnten“, sagte der GfbV-Generalsekretär Tilman Zülch am Donnerstag in Göttingen. „Es ist vorhersehbar, dass Recep Tayyib Erdogan seine Politik der Zwangsassimilierung und Vertreibung auch gegen die Kurden in Syrien fortsetzen wird. Das dürfen Deutschland, die USA und die EU nicht zulassen.“

 

Der Menschenrechtler drängte darauf, die Türkei endlich unmissverständlich auf­zufordern, jegliche logistische Unterstützung für die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) und die ebenfalls islamistische al-Nusra-Front einzustellen.

 

„Es ist ein Skandal und bezeichnend für die kurdenfeindliche Einstellung der tür­kischen Regierung, dass das türkische Militär am gestrigen Mittwoch in der Grenzstadt Suruç mindestens 308 Kurden aus Kobani festgenommen hat mit der Begründung, wer jetzt noch von der anderen Seite der Grenze herüberkäme, gehöre entweder zur PKK oder zur YPG, einer syrisch-kurdischen Miliz”, empörte sich Zülch. Nach Informationen der GfbV waren die meisten dieser Kurden Mitar­beiter verschiedener ziviler Behörden von Kobani.

 

Die YPG schützt seit Monaten die kurdische, aber auch yezidische, christliche und arabisch-sunnitische Bevölkerung sowohl in Kobani als auch in anderen Regionen Syriens vor Angriffen der Terrorgruppe IS. Auch im nordirakischen Sinjar hat die YPG viele Yeziden vor den IS-Islamisten gerettet. Die Türkei hält die YPG für einen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, die auch in der EU und den USA als terroristische Organisation eingestuft wird.

 

Nach Auffassung der GfbV setzt Ankara seit mindestens zwei Jahren auf den „Islamischen Staat“ mit dem Ziel, die drei nordsyrischen kurdischen Kantone zu zerschlagen. „Es gibt viele Anzeichen dafür, dass Islamisten und die türkische Regierung Hand in Hand gegen die kurdische und christliche Bevölkerung in Nordsyrien arbeiten“, sagte Zülch. „Hilfslieferungen an die notleidende Einwoh­ner und Flüchtlinge in Kobani, Jazeera und Afrin dürfen von der Türkei aus nur sporadisch passieren. In Nordsyrien gibt es inzwischen kaum noch Brot, geschweige denn Babynahrung oder ausreichend Medikamente. Die humanitäre Lage der rund vier Millionen Kurden, Assyro-Aramäer und anderen Minderheiten wird immer schlechter.“

 

Tilman Zülch ist erreichbar unter Tel. 0551 49906 31 oder 0151 153 0 9 888.

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Quelle: via email von der GfbV verschickt am 9. Okt. 2014 - Danke für die Möglichkeit der Veröffentlichung hier auf unserer Homepage (ho)

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