SPENDENKONTO: Evangelischer Oberkirchenrat Stuttgart - Evangelische Bank eG - BIC: GENODEF1EK1 - IBAN: DE66 5206 0410 0000 4001 06 - Stichwort: Nordirak 8950

Aktuelle Artikel

// zu den empfohlenen Beiträgen
Anmerkungen zur Situation im Irak


Abschlussbild mit Erzbischof Timotheos, mit Frau Janet (3.v.links) und kasha Schmuel (3.v.rechts 2. Reihe), beide Irak

Vorbemerkung: Leider  lagen von unseren irakischen Gästen keine schriftlichen Texte vor; so mußten wir auf Protokollnotizen eines Teilnehmers zurückgreifen. Vielen Dank!

 

Aktuelle Berichte aus dem Irak

Pfr. Schmuel Nihad Maqdis, Bagdad (Apostolische Kirche des Ostens)

Frau Janet Saleem Al-Kes, Telskuf/Niniveh (Etana Women’s Association


Pfarrer Schmuel, Bagdad l.) und Frau Janet, Telskof r.)

Pfarrer Schmuel Nihad Maqdis aus Bagdad von der Apostolischen Kirche des Ostens sprach Grußworte im Namen des Erzbischofs Mor Gewargis Sliva und schilderte in seinem Bericht die Widrigkeiten, welchen er als Priester in Bagdad gegenübersteht.

Als ein Hauptproblem führte er das Fehlen von Respekt und Verständnis für das Gegenüber zwischen den Religionen und Völkern im Irak an; als Priester müsse er eineGemeinde führen, die sich nicht länger als gewünschter Teil der Gesellschaft sieht.

Priester als exponierte Führer würden entführt und oder getötet. Vor 2003 habe die Diozöse in Bagdad noch 6000 Familien mit etwa 24.000 Personen gehabt, mittlerweile nur mehr 4000 Personen verblieben.

Janet Saleem Al-Kes, Vorsitzende des Frauenvereins Etana aus Mossul, berichtete in ihrem Vortrag über die Situation der Frauen im Irak, welche sich seit Beginn der amerikanischen Invasion dramatisch verschlechtert habe. Bildung, Arbeit und elementare Rechte seien nicht mehr gewährleistet, hingegen bestimme sie Scharia das Leben aller Frauen im Irak. Auch im demokratischeren Nordirak unter der kurdischen Autonomie – Regierung sei die Situation trotz eindeutiger Gesetzeslage nicht wesentlich besser. Weiterhin schilderte Frau Saleem die Arbeit ihrer Organisation, die ökonomische, politische, berufliche und medizinische Weiterbildung für Frauen im Irak organisiere.

Podiumsdiskussion - von links: Malfono Isa, Turabdin - Prof. Bielefeld, Erlangen - Johannes Minkus Moderator) - Frau Janet, Nordirak

In der folgenden Diskussion gaben die Redner Informationen zur Anzahl assyrischer Flüchtlinge aus dem Irak innerhalb des Irak sowie in Syrien, Jordanien und Europa und wiesen auf den eindeutigen Zusammenhang zwischen dem Eingreifen der Westmächte im Orient hin, welches die Auslöschung des Christentums im Orient zur Folge gehabt habe.

In der Podiumsdiskussion am Samstag, mit Janet Saleem Al-Tes, Isa Gülten und Prof. Bielefeldt unter der Moderation von Pfarrer Johannes Minkus von der ELKB wurde über Zukunftsperspektiven für die Christen im Nahen Osten diskutiert.

Dabei stellten die Podiumsteilnehmer die Situation trotz der aktuellen Revolutionen und Machtwechsel als eher düster dar – der Arabische Frühling sei ein Islamischer Frühling und der zunehmende Tribalismus im Nahen Osten sei eine Konsequenz aus der Destabilisierung bzw. dem verlorenen Vertrauen in öffentlichen Institutionen.

Die einzige Chance für Christen in der Region sei die Zusammenarbeit mit den gemäßigten und liberalen muslimischen Kräften, sowie den anderen Minderheiten, um an der demokratischen Neugestaltung der Gesellschaften mitzuwirken. Die Bedeutung von Solidarität zwischen den einzelnen Ostkirchen wurde dabei als essentiell unterstrichen, ebenso die Unterstützung durch Institutionen und Kirchen aus Europa.


Bildergalerie

Youth GatheringsWomen programs 2Women programs 1Syriac CoursesEtana CentreEnglish Courses