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Interview mit Erzbischof Nona aus Mosul
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Jugendliche aus Teleskof, nahe Mosul

Andre Stiefenhofer, ein Mitarbeiter von “Kirche in Not” besuchte den Nordirak und konnte ein Interview mit Erzbischof Nona von der chaldäischen Kirche aus Mosul führen. Das Interview wurde in der “Schwäbischen Zeitung” unter “Kirche und Leben” am 10. August 2011 abgedruckt. Im folgenden werden einige Antworten von Erzbischof Nona aus diesem Interview abgedruckt. Die Antworten sind als Zitate gekennzeichnet. Das Interview läßt auch etwas von der Atmosphäre spüren, die gegenwärtig in Mosul, dieser gefährlichen Stadt, herrscht.

Erzbischof  Nona wurde zunächst gefragt, wie gefährlich Mosul heute für Christen sei? Seine Antwort: “In den vergangenen Jahren war Mosul eine sehr gefährliche Stadt – ganz besonders für uns Christen. Mein Vorgänger, Erzbischof Faraj Raho, wurde entführt und ermordet. Ebenso mußten viele unserer Gläubigen sterben, darunter auch ein Priester. Darum haben die meisten Christen Mosul inzwischen verlassen. Im Zentrum der Stadt hatten wir früher acht Pfarreien, jetzt sind es nur noch drei. Die meisten Pfarreien sind heutzutage in den Dörfern außerhalb Mosuls angesiedelt.  In den letzten Monaten hat sich die allgemeine Situation in Mosul leicht verbessert und wir hoffen, dass es so weiter geht” …..

Hatten Sie keine Angst, Erzbischof von Mosul zu werden? “Ich war in der Tat ein wenig besorgt, aber Angst hatte ich keine. Denn irgendjemand mußte schließlich kommen und den Menschen hier dienen. Ich habe viele Gläubige in meiner Diözese. Und selbst wenn nur noch wenige in der Stadt Mosul geblieben sind, brauchen sie dennoch einen Hirten, der ihnen dient. Dieser Ruf, diese Pflicht, die mir Gott auferlegt hat, wischte meine Besorgnis weg” ……

Welche Maßnahmen für ihre Sicherheit haben sie? “Nein, ich habe keinen einzigen Leibwächter. Wenn mich immer jemand begleiten würde, zöge das nur die Aufmerksamkeit auf sich. Ohne Leibwächter kann ich mich unauffälliger verhalten. Ich wechsle oft meine Autos und nehme unterschiedliche Wege. Im Grunde bewege ich mich wie ein Geheimagent” ….

Wie verhalten sich die Gläubigen in Mosul? Erzbischof Nona macht das u.a. an einem Beispiel deutlich: ……  “Am Ende der vergangenen Fastenzeit gab es eine Ausgangssperre, doch meine Gläubigen sind dennoch an Gründonnerstag und Karsamstag mehr als eine Stunde zu Fuß zur Kirche gegangen. Kein Mensch war sonst auf der Straße, und der Weg zur Kirche war lebensgefährlich. Doch nichts konnte sie aufhalten. Das nenne ich lebendigen Glauben! Ich glaube, dass der Herr die schwierige Situation in Mosul dazu benutzt hat, das Leben jener Christen, die dort noch ausharren, tiefer in den Glauben und in die Menschlichkeit hineinzuführen”.

Quelle: Schwäbische Zeitung (SZ) vom 10.08.2011

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Kommentare (1) Kommentar


  1. Sven AydinVisitor

    Ich danke Herrn Stiefenhofer für sein bemühen in den Nordirak zu reisen und sich ein Bild der Lage von unseren Suryoye zu machen, auch das er es in der Schwäbischen Zeitung abgedruckt hat.

    Möge Gott unserem Volk im Irak Kraft und Hoffnung schenken, segne er sie mit seiner Heiligkeit.

 

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